Blick über die Elbe auf Bad Schandau

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Projekte mit Unterstützung aus Mitteln der Europäischen Union

EUZIEL3

„Zusammenarbeit bei der Lösung von Krisensituationen auf der
Elbe im sächsisch-tschechischen Grenzraum“

- so heißt das Projekt zur Verbesserung sowie zum Koordinieren der gegenseitigen Hilfeleistung zwischen der Stadt Bad Schandau, der Gemeinde Reinhardtsdorf/Schöna auf deutscher Seite und der Stadt Děčín auf tschechischer Seite

Wappen Reinhartdsdorf-SchönaWappen DecinWappen Bad Schandau


Präambel

Die Elbanlieger im sächsisch-tschechischen Grenzraum haben in den letzten 10 Jahren wiederkehrend verheerende Hochwasserkatastrophen erleben und bewältigen müssen.

Allein aus dem Hochwasserereignis August 2010 haben die am Projekt beteiligten Partner auf deutscher Seite Schäden in Höhe von 6,2 Mio € (Bad Schandau ca. 5 Mio, Reinhardtsdorf-Schöna ca. 1,2 Mio €) erlitten.

Neben der Elbe muss zunehmend auch das Hochwassergeschehen der Nebenflüsse, Flutgräben und wilden Abflüsse berücksichtigt werden.
Bislang unbeachtet blieb die Notwendigkeit, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Hochwasserschutz voranzutreiben.
Dazu müssen neue Kontakte geknüpft und Einsatzstrukturen geschaffen werden.

Mit dem beantragten Projekt „Zusammenarbeit bei der Lösung von Krisensituationen auf der Elbe im sächsisch-tschechischen Grenzraum“ soll dies erreicht werden.

Insbesondere auf deutscher Seite ist ein frühzeitiger Informationsaustausch für Hochwasserereignisse und mögliche zusätzliche Problemlagen, wie gefährliches Treibgut und umweltgefährdende Stoffe, überlebenswichtig.

Die am Projekt beteiligten Gemeinden auf deutscher Seite sind Grenzgemeinden im Flussgebiet der Elbe zur Tschechischen Republik und grenzen außerdem unmittelbar an den Leadpartner Děčin.

Einige Fakten/Daten der Kooperationspartner

Děčin:

Aus diesen Gründen wird nachfolgend aufgeführte Technik angeschafft.

Gesamtvolumen Lead-Partner: 243.260,00 € mit der Verteilung 85% EU-Mittel,
  10% Stadt Děčin, 5% Tschechische Republik

Nachhaltigkeit des Projektes 5 Jahre (ab 2014)

Bad Schandau und Reinhardtsdorf/Schöna:

    Gesamtvolumen: PP001 (Bad Schandau) 171.524,68 €
  PP002 (Reinhardtsdorf/Schöna) 27.270,00 €

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Das Projekt umfasst einen Zeitraum vom 01.04.2012 bis 31.03.2014 und plant auf beiden Seiten zunächst 6 gemeinsame Übungen bzw. Seminare mit insgesamt 150 Teilnehmern.
Diese werden begleitet von weiteren Treffen der Führungskräfte der jeweiligen Feuerwehren/Wasserwehren.
Zu jeder Übung bzw. zu jedem gemeinsamen Seminar sind je 2 Vorbereitungstreffen vorgesehen.

Treffen der Führungskräfte der jeweiligen Feuerwehren/Wasserwehren

1. Gemeinsame Übung in Děčín

Am 8. und 9. September 2012 wurde in Děčín ein gemeinsamer Wettkampf im Löschangriff mit anschließendem Hochwasserseminar durchgeführt.
Der 9. September diente der Präsentation von Technik aller beteiligten Wehren.

gemeinsamer Wettkampf im Löschangriffgemeinsamer Wettkampf im Löschangriff

gemeinsamer Wettkampf im Löschangriff

2. Grenzüberschreitende Übung am 13.10.2012 auf der Elbe.

Dabei wurde die Aufnahme größerer Mengen Öl aus der Elbe geprobt.
Zum Schutz des Gewässers wurden zwei Ölsperren errichtet.

Übung Ölsperren auf der Elbe

Übung Ölsperren auf der Elbe errichten
(Bild: Marko Förster)

3. Seminar zum präventiven Hochwasserschutz gemeinsam mit der DWA
(Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.)

Am 10. November 2012 fand in den Räumen der FFw Bad Schandau ein Seminar unter dem Hauptthema „Strömungsverhalten der Elbe bei Hochwasser“ statt.
Bei der100. Schulung wurde der 2000. Teilnehmer begrüßt. Gleichzeitig war dies die 1. Schulung mit Teilnehmern aus Sachsen und Tschechien.

Seminarteilnehmer

Seminar

Seminar

4. Erste Beratung im Jahr 2013 aller Beteiligten

Am 13. März fand die erste gemeinsame Beratung 2013 im Ratssaal der Stadtverwaltung Bad Schandau statt.
Inhaltliche Schwerpunkte waren die Planung und Organisation der Übungen „Elbhavarie 2013“ am 07.09.2013 im Gebiet der Stadt Bad Schandau, der „Brand eines Wohn,- Beherbergungsgebäudes“ am 12.10.2013 im Raum Dolni Žleb und die Vorstellung des im Januar gelieferten Kleintraktors.
Dieser dient dazu, im Raum Dolni Žleb bei Unpassierbarkeit der Fahrstraße nach Děčín unkompliziert Hilfe über das so genannte „Böhmische Tor“ zu leisten.

Vorstellung des Kleintraktors


Im Anschluss nahmen wir gern die Einladung der tschechischen Partner zum Stadtfest in Děčín (ab 10. Mai 2013) und zum „Fest der Retter“ am 22.06.2013 entgegen.
Das nächste Arbeitstreffen ist für Ende April/Anfang Mai im Magistrat Děčín geplant.

 

Aber auch unserem Projekt machte das Hochwasser einen Strich durch die Rechnung.
Nach den größten Aufräumarbeiten auf beiden Seiten gab es in Bad Schandau ein Arbeitstreffen, bei welchem die inhaltlichen Schwerpunkte der gemeinsamen Übungen am 08.09.2013 und 12.10.2013 am Grenzstreifen „Gelobtbach“ erörtert wurden.

Bei beiden Übungen, welche einmal von tschechischer und einmal von deutscher Seite vorbereitet wurden, handelte es sich um einen Waldbrand im unwegsamen Gelände mit verletzten Wanderern, welche erste Maßnahmen zur Brandbekämpfung vornahmen.




In den folgenden Monaten und bei mehreren Arbeitstreffen wurde die große Abschlussübung „Elbnebel 2014“ akribisch geplant und vorbereitet.

Am 17. Mai 2014 war es dann soweit.
Hier ein kurzer Auszug aus dem Übungskonzept.

a) Einsatzstelle 1 – Unfall Bahn - PKW
Unfallsituation PKW 1 gegen GAF:

Ein PKW 1 (4-türige Limousine) stößt an dem unbeschrankten Bahnübergang der
Eisenbahnstrecke Bad Schandau – Neustadt mit einem Gleisarbeitsfahrzeug (GAF)
zusammen.

b) Einsatzstelle 2 – Massenkarambolage
Im nachfolgenden Verkehr kommt es zu einer Massenkarambolage im Bereich der
Brückenabfahrt B 172 auf die Friedrich-Gottlob-Keller Straße B 172.

c) Einsatzstelle 3 – havarierte Fähre
Im Einsatzverlauf kommt es zu einem weiteren Schadensereignis. Auf der Elbe
kommt es im Maschinenraum einer Fähre zu einer Verpuffung mit Brandfolge. Diese
hat die Manövrierunfähigkeit des Schiffes zur Folge.
Die Fähre muss am rechten Elbufer (ca. in Höhe Elb-Kilometer 11,4) ankern.
Auf der Fähre befinden sich 24 Passagiere mit unterschiedlichem Verletzungsgrad
welche mittels Booten auf die linke Elbseite verbracht werden müssen.

Gesamtübersicht der handelnden / beteiligten Personen

handelnde Einheiten Einsatzkräfte
Feuerwehr / THW / CZ Feuerwehr 135
Rettung / KatS-SEG + Betreuung 98
Polizei und sonstige Behörden 15
Leitungsdienst / Verletztendarsteller 74
In Summe 322


Prinzipskizze Elbnebel 2014














Zum offiziellen Projektabschluss am 30.06.2014 wurden wir von unserem Lead-Partner in das Magistrat der Stadt Děčín geladen.

Bei den abschließenden Worten der Bürgermeister der am Projekt beteiligten Städte Děčín und Bad Schandau, sowie der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna wurde eine positive Resonanz gezogen und die Nachhaltigkeit der freundschaftlichen Zusammenarbeit besiegelt.





 

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