Blick über die Elbe auf Bad Schandau
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Sachbericht zur Machbarkeitsstudie Verlängerung Kirnitzschtalbahn

Wegbereiterin eines nachhaltigen Tourismus
Ausgangslage

Die große Beliebtheit und Anziehungskraft der Sächsischen Schweiz und ein wachsendes Besucheraufkommen haben leider nicht nur positive Auswirkungen auf die Region. Tourismus-Hotspots wie das Kirnitzschtal und die Stadt Bad Schandau kämpfen mit einem ständig steigenden Verkehrsaufkommen –insbesondere im motorisierten Verkehr, der von über 80% der Gäste für die Anreise genutzt wird. Die daraus resultierenden Konflikte treten immer deutlicher zutage: Häufige Verkehrsüberlastungen und die damit verbundenen Staus und Erreichbarkeitsprobleme, zahlreiche
Behinderungen durch regelwidriges Parken, Umweltbelastungen in besonders sensiblen Naturräumen sowie Beeinträchtigungen der Aufenthaltsqualität und des (Wohn-)Umfeldes in den betroffenen Gemeinden.
Die landschaftliche Attraktivität der Region als wesentliche Voraussetzung des Tourismus und wichtiger Wirtschaftsfaktor gerät buchstäblich „unter die Räder“. Dies gilt insbesondere für die schützenswerten Naturräume in und um den Nationalpark sowie das gesamte Kirnitzschtal. Die Akzeptanz des Fremdenverkehrs bei der Bevölkerung und in der nicht-touristischen Wirtschaft leidet ebenso. Ein Rückgang der Verkehrsbelastungen ist in den nächsten Jahren kaum zu erwarten. Eher ist das Gegenteil zu befürchten, wenn die fertiggestellte Südumfahrung der B 172 in Pirna die Anreise motorisierter Besucher erleichtert.

Verkehr in Bad SchandauParkplatz

Handlungsbedarf und Lösungsansätze

Angesichts dieser Konflikte und der Gefahr ihrer weiteren Verschärfung besteht die dringende Notwendigkeit eines „Umstieges“ im Mobilitätsverhalten. Nur so lassen sich die Vorgaben bereits beschlossener Planwerke umsetzen. Dies gilt insbesondere für:

Dabei geht es nicht nur um die Belange von Tourismus und Naturschutz, sondern auch um die Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort und die Erhaltung von Standortqualitäten als Voraussetzung für die wirtschaftliche Stabilisierung der Region. Ein „weiter so“ stünde zudem im Widerspruch zu den übergeordneten Klimaschutzzielen (Stichwort Verkehrswende). Gerade der Tourismus mit seinem besonders hohen Anteil verkehrsbedingter CO2-Emissionen kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Voraussetzung für einen „Umstieg“ sind verkehrslenkende und -beruhigende Maßnahmen bei gleichzeitiger Attraktivitätssteigerung des ÖPNV („push and pull“):

Zufahrtsbeschränkung

in vielen Tourismusgebieten ein wesentlicher Teil der Mobilitätsstrategie:
Zufahrtsbeschränkungen für den motorisierten Verkehr

Für das Kirnitzschtal, die Stadt Bad Schandau und die gesamte Region kann die Verlängerung der Kirnitzschtalbahn eine Schlüsselrolle im weiterentwickelten ÖPNV-Netz und im Gesamtverkehrssystem spielen, denn:

Kirnitzschtalbahn© MBxd1, commons.wikimedia.org

Ziel ist die Verknüpfung des historischen Erlebnisses mit einer modernen Anreise

Die Verlängerung der Kirnitzschtalbahn kann positive Wirkungen erzielen, die weit über den lokalen Tourismus hinausreichen. Dazu zählen:

Natürlich ist ein solches Projekt – selbst wenn es bautechnisch und betrieblich machbar ist – mit vielen Risiken und Herausforderungen verbunden. Diese liegen u.a. im hohen Investitionsaufwand und der Sicherstellung der Finanzierung. Eine auf den Kostendeckungsgrad reduzierte Erfolgsrechnung wäre wenig zielführend, da die Einnahmenseite fast ausschließlich von der touristischen Nutzung abhängt und eine Grundauslastung im Alltagsverkehr kaum erreichbar ist. Hier müssen die oben dargestellten positiven Effekte auf anderen Gebieten einbezogen werden. Auch die Betriebskosten werden allein durch einen ÖPNVAufgabenträger kaum zu bewältigen sein und müssen deshalb breiter abgestützt werden (z.B. Kofinanzierung durch Gäste, Touristische Betriebe, privatwirtschaftliche Partnerschaften etc.).
Umso wichtiger ist eine hohe Nutzungsintensität im „Kerngeschäft“ Tourismus, die mit den folgenden Maßnahmen unterstützt werden kann:

Anreise Sebnitz

bisher noch viel zu selten: Anreiseempfehlungen für den ÖPNV

aufgestellt: i. A. Dipl.-Ing. Arnd Bärsch
VKT-GmbH
Dresden, 10.12.2021

Machbarkeitsstudie Verlängerung Kirnitzschtalbahn

Die Stadt Bad Schandau beabsichtigt, im September 2019 den Auftrag zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Kirnitzschtalbahn in Auftrag zu geben.

Interessierte können sich unter der Mailadresse buergermeisteramt@stadt-badschandau.de oder schriftlich beim Bürgermeisteramt, Stadtverwaltung Bad Schandau, Dresdner Str. 3, 01814 Bad Schandau melden.

 

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